CDU Remscheid - Partei und Fraktion

Auswirkungen der zunehmenden Nutzung Künstlicher Intelligenz auf Geschlechtergerechtigkeit und berufliche Teilhabe

Anfrage der CDU-Fraktion

Künstliche Intelligenz verändert bereits heute zahlreiche Arbeits- und Lebensbereiche und wird künftig erheblichen Einfluss auf Beschäftigung, Qualifikationsanforderungen sowie berufliche Entwicklungsmöglichkeiten haben. Entsprechend gewinnen digitale und KI-bezogene Kompetenzen zunehmend an Bedeutung.

Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Bürgerservice, Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung am 17.06.2026 sowie zur Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung am 01.07.2026

 

Auswirkungen der zunehmenden Nutzung Künstlicher Intelligenz auf Geschlechtergerechtigkeit und berufliche Teilhabe

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wolf,

sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Lo Pinto,

sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende Bailac-Cyrus,

 

wir bitten darum, die nachfolgende Anfrage in die Tagesordnung der nächsten Sitzungen der oben genannten Gremien aufzunehmen und zu beantworten.

 

  1. Welche Bedeutung misst die Stadt Remscheid dem Erwerb von KI-Kompetenzen im Hinblick auf Chancengleichheit sowie die berufliche Entwicklung von Frauen bei?
  2. Gibt es innerhalb der Stadtverwaltung oder städtischer Beteiligungen bereits Angebote beziehungsweise Planungen zur Förderung von KI-Kompetenzen, insbesondere für Frauen?
  3. Werden bestehende Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote dahingehend überprüft, ob Frauen gleichermaßen Zugang zu digitalen und KI-bezogenen Kompetenzen erhalten?
  4. Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung über geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Nutzung digitaler Anwendungen und KI-Technologien innerhalb der Verwaltung beziehungsweise im kommunalen Umfeld vor?
  5. Sieht die Verwaltung Risiken, dass sich bestehende Ungleichheiten am Arbeitsmarkt durch unterschiedliche Zugänge zu KI-Kompetenzen weiter verstärken könnten?
  6. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, Frauen gezielt bei digitalen Transformationsprozessen zu unterstützen und ihre Beteiligung an technologischen Entwicklungen zu stärken?
  7. Gibt es Kooperationen mit Bildungsträgern, Unternehmen, Arbeitsmarktakteuren oder Gleichstellungsstellen, um insbesondere Frauen beim Erwerb digitaler und KI-bezogener Kompetenzen zu fördern?

 

Begründung

 

Künstliche Intelligenz verändert bereits heute zahlreiche Arbeits- und Lebensbereiche und wird künftig erheblichen Einfluss auf Beschäftigung, Qualifikationsanforderungen sowie berufliche Entwicklungsmöglichkeiten haben. Entsprechend gewinnen digitale und KI-bezogene Kompetenzen zunehmend an Bedeutung.

 

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im Mai 2025 unter dem Titel „Abgehängt: Frauen nutzen KI beruflich viel seltener als Männer“ auf deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Nutzung von KI-Anwendungen hingewiesen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Frauen KI im beruflichen Kontext deutlich seltener einsetzen und auch weniger häufig von einer steigenden Nutzung berichten. Diese Unterschiede bestehen laut der Analyse selbst dann fort, wenn Faktoren wie Alter, Bildung, Branche oder Beruf berücksichtigt werden.

 

Das IAB weist darauf hin, dass ungleiche Zugänge zu KI-Kompetenzen langfristig bestehende Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt verstärken könnten. Insbesondere bestehe die Gefahr, dass Frauen seltener an technologischen Entwicklungen mitwirken, geringere Einflussmöglichkeiten bei der Einführung neuer Systeme haben und stärker von Tätigkeiten betroffen sind, die durch KI standardisiert oder ersetzt werden könnten.

 

Daher stellt sich die Frage, wie Kommunen, öffentliche Arbeitgeber und lokale Akteure den Zugang zu digitalen und KI-bezogenen Kompetenzen möglichst chancengleich gestalten können. 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Markus Kötter

CDU-Fraktionsvorsitzender

 

Mathias Heidtmann

Sprecher im Ausschuss für Bürgerservice, Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung

 

Sahra Bissek

Sprecherin im Ausschuss Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung

 

Tanja Kreimendahl

CDU-Ratsmitglied