Zukunftsfähige Verwaltung gestalten:Strategiekonzept zur langfristigen Personal- und Organisationsentwicklung
Die Stadt Remscheid steht auch in den kommenden Jahren vor erheblichen finanziellen und personellen Herausforderungen. Gleichzeitig werden zahlreiche Beschäftigte altersbedingt aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Diese Entwicklung bietet die Chance, die Verwaltungsorganisation frühzeitig strategisch weiterzuentwickeln und freiwerdende Stellen nicht automatisch nachzubesetzen, sondern zunächst kritisch zu hinterfragen.
Antrag zur Sitzung des Rates am 08.10.2026
Zukunftsfähige Verwaltung gestalten: Strategiekonzept zur langfristigen Personal- und Organisationsentwicklung
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wolf,
wir bitten darum, nachfolgenden Antrag in die Tagesordnung der nächsten Sitzungen der oben genannten Gremien aufzunehmen und zur Abstimmung zu stellen:
Der Rat der Stadt Remscheid beauftragt die Verwaltung, rechtzeitig vor den Haushaltsplanberatungen 2027/2028 ein strategisches Konzept zur langfristigen Personal- und Organisationsentwicklung der Stadtverwaltung vorzulegen.
Das Konzept soll insbesondere folgende Handlungsfelder umfassen:
Systematische Überprüfung sämtlicher Aufgaben hinsichtlich ihrer gesetzlichen Erforderlichkeit, ihres Umfangs sowie ihrer Priorität.
Identifikation von Optimierungspotenzialen in Verwaltungsabläufen, Schnittstellen und Zuständigkeiten sowie Entwicklung effizienterer Prozesse.
Prüfung, welche internen Verwaltungsabläufe vereinfacht oder standardisiert werden können.
Darstellung, in welchen Bereichen durch Digitalisierung, Automatisierung oder den Einsatz Künstlicher Intelligenz künftig Personalressourcen eingespart oder anderweitig eingesetzt werden können.
Bewertung freiwilliger Leistungen hinsichtlich ihrer Notwendigkeit, ihres Umfangs sowie möglicher Alternativen.
Entwicklung einer strategischen Priorisierung der Aufgabenwahrnehmung innerhalb der Gesamtverwaltung.
Darstellung, in welchen Bereichen Service- und Bearbeitungsstandards überprüft oder angepasst werden können.
Darstellung der Altersstruktur der Stadtverwaltung sowie einer Prognose der zu erwartenden altersbedingten Personalabgänge in den kommenden zehn Jahren.
Prüfung, in welchen Bereichen freiwerdende Stellen aufgrund altersbedingter Personalabgänge künftig ganz oder teilweise entfallen können, ohne die Aufgabenerfüllung zu gefährden.
Entwicklung transparenter Kriterien, nach denen künftig entschieden wird, ob freiwerdende Stellen vollständig, teilweise oder gar nicht wiederbesetzt werden.
Prüfung weiterer Potenziale gemeinsamer Aufgabenerledigung mit Nachbarkommunen oder anderen öffentlichen Einrichtungen.
Darstellung, in welchen Bereichen externe Organisationsberatung oder externe Expertise bei Prozessoptimierungen, Digitalisierungsvorhaben oder der Einführung neuer Fachverfahren wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann.
Die Verwaltung wird ferner beauftragt, zu jedem Handlungsfeld
darzustellen.
Die Ergebnisse sind dem Rat rechtzeitig als Entscheidungsgrundlage für die Haushaltsplanberatungen 2027/2028 vorzulegen.
Begründung
Die Stadt Remscheid steht auch in den kommenden Jahren vor erheblichen finanziellen und personellen Herausforderungen. Gleichzeitig werden zahlreiche Beschäftigte altersbedingt aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Diese Entwicklung bietet die Chance, die Verwaltungsorganisation frühzeitig strategisch weiterzuentwickeln und freiwerdende Stellen nicht automatisch nachzubesetzen, sondern zunächst kritisch zu hinterfragen.
Der Antrag der CDU-Fraktion verfolgt das Ziel, die Verwaltung langfristig effizienter, leistungsfähiger und zukunftsfester aufzustellen. Gleichzeitig soll die Grundlage geschaffen werden, den künftigen Personalbedarf im Einklang mit den finanziellen Möglichkeiten der Stadt zu entwickeln, ohne die Erfüllung der gesetzlichen Pflichtaufgaben zu gefährden. Hierzu sind Aufgaben, Prozesse und Organisationsstrukturen systematisch zu überprüfen sowie die Potenziale von Digitalisierung, Automatisierung und Künstlicher Intelligenz konsequent zu nutzen.
Gerade die bevorstehende Altersfluktuation eröffnet die Möglichkeit, strukturelle Veränderungen sozialverträglich umzusetzen. Freiwerdende Stellen sollten künftig grundsätzlich daraufhin überprüft werden, ob sie unter veränderten organisatorischen Rahmenbedingungen überhaupt noch in gleichem Umfang erforderlich sind.
Darüber hinaus entwickeln sich Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz derzeit mit hoher Geschwindigkeit. Moderne Technologien eröffnen erhebliche Potenziale zur Unterstützung administrativer Tätigkeiten und können dazu beitragen, Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten und Beschäftigte von Routinetätigkeiten zu entlasten.
Die CDU-Fraktion ist überzeugt, dass sich eine leistungsfähige und bürgernahe Verwaltung sowie eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung nicht ausschließen, sondern gegenseitig bedingen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine langfristige Gesamtstrategie, die über die jährliche Betrachtung einzelner Stellen hinausgeht und die Verwaltung als Ganzes in den Blick nimmt.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Kötter
CDU-Fraktionsvorsitzender