„‘Pflegeheime für Besuche offen lassen!‘. So lautet eine Forderung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). Ich kann mich dieser Forderung nur anschließen. In der Frühzeit der Pandemie haben wir alle sicherlich viele Fehler gemacht. Diese Fehler können nicht rückgängig gemacht werden. Aber wir können Lehren für die Zukunft ziehen“, sagt Jutta Wilke, zweite stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats und Sprecherin der Senioren Union im Seniorenbeirat.

Die BAGSO sagt zurecht, dass „eine anhaltende Isolation in Pflegeeinrichtungen gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner und ihrer Angehörigen hat“.

„Viele von uns wissen von Bekannten, Freunden und Familienangehörigen zu berichten, deren Eltern oder Großeltern in Pflegeeinrichtungen verstorben sind, ohne dass ein Abschied möglich war. Ohne Abschied kann Trauer aber in der Regel gar nicht oder nur schlecht verarbeitet werden. Das ‚Loslassen‘ ist so kaum möglich. Auch die Folgen für die Bewohnerinnen und Bewohner, die die Isolation ‚überlebt‘ haben, waren oft gravierend. So haben manche Demenzkranke durch die Isolation das Sprechen vollständig ‚verlernt‘“, so Jutta Wilke.

„Wir sind als Gesellschaft weiter als damals. Viele Menschen haben inzwischen einen vollständigen Impfschutz – dies gilt für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, ihre Angehörigen und das Pflegepersonal. Durch einen vollständigen Impfschutz schützen wir die Schwächsten in der Gesellschaft am besten“, so die Seniorenpolitikerin.

 

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